Kunst an der Grenze im Werra-Meißner-Kreis

 

Abbildung   |   Karte

Tobias Michael, Lautern im Erzgebirge
»Aus der Enge in die Weite«

 

Eine überlebensgroße menschliche Figur, eindrucksvoll auf Wesentliches reduziert, drängt sich aus dem schmalen Spalt zwischen zwei Betonblöcken in die Freiheit. Einerseits symbolisiert das Werk an diesem Standort die Befreiung aus dem repressiven System der DDR, das seine Bürger durch Betonmauern, Stacheldraht und Minen an der Wahrnehmung demokratischer Grundrechte zur umfassenden Entfaltung ihrer Persönlichkeit hinderte und in ihrer Freizügigkeit drastisch beschnitt, andererseits trägt es auch die universelle Botschaft der sich lohnenden gewaltigen Anstrengung, ideologische Einengung zu überwinden und selbsttätig den Weg in die Weite zu gehen.

Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Gemeinden Herleshausen und Ringgau, Mitgliedern des Vereins für Regionalentwicklung im Werra-Meißner-Kreis, den künstlerischen Leitern der ARS NATURA-Stiftung, Sponsoren und vielen Bürgern diesseits und jenseits der hessischthüringischen Grenze enthüllte Lothar Quanz, Vizepräsident im Hessischen Landtag und Initiator von "Kunst an der Grenze", am Samstag, den 09.11.2013, dieses Kunstwerk. Am 9. November 1989 war die Berliner Mauer gefallen, ein Jahr später Deutschland wieder vereinigt.


Der Ort
Seit dem 19. Jahrhundert hatte eine steinerne Brücke über die Werra die beiden Dörfer Herleshausen und Lauchröden verbunden, bis sie in den letzten Kriegstagen 1945 gesprengt wurde. Dann kamen der Kalte Krieg und die Teilung Deutschlands; die Staatsgrenze verlief in der Flussmitte. Bundesbürger strömten in Bussen an die Werra, um mit dem Fernglas auf die Häuser von Lauchröden zu schauen. Den Lauchrödenern war es verboten, sich dem Ufer zu nähern. Besucher aus dem Westen durften überhaupt nicht nach Lauchröden kommen. Da es im 500 Meter breiten, eingezäunten „Schutzstreifen“ an der Grenze lag, brauchten die Bewohner Passierscheine, um ihr Dorf innerhalb der DDR zu verlassen oder wieder zurückzukehren. Eine neue Fußgängerbrücke, die die hessischen und thüringischen Nachbarn wieder verbindet, gibt es seit dem 23. Dezember 1989.

 

 

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